Michael Baumer

Ungesunde Entwicklung im Stadtspital Triemli

Globalbudget-Ergänzung ist kein wirksames Medikament

Mit grosser Besorgnis hat die FDP die jüngsten Zahlen des Stadtspitals Triemli (STZ) im ersten Trimesterbericht 2016 zur Kenntnis genommen: Da der Bezug und die Inbetriebnahme des neuen Bettenhauses beträchtliche Mehrkosten verursachten, musste eine Ergebniskorrektur von insg. 19.3 Millionen Franken vorgenommen werden.

Die bisher ergriffenen Massnahmen (Personalstopp, Investitionsaufschub) bilden bestenfalls Schadensbegrenzung, die weiteren geplanten Schritte wirken mut- und hilflos. Ob sich mit dem Konzept der neuen Privatstation „Top of Triemli“ die Patientenzahlen signifikant steigern und vermehrt Zusatzversicherte anlocken lassen, um damit das Problem der gestiegenen Anlagenutzungskosten zu entschärfen, ist angesichts der gut aufgestellten Konkurrenz zu bezweifeln. Die FDP hat die bisher vollkommen diffuse Wachstumsstrategie des STZ in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert und sieht ihre Befürchtungen heute bestätigt, nur dass der „Patient“ noch kränker ist, als ursprünglich angenommen. Ein wirksames Heilmittel hat die derzeitige politische Führung bisher nicht präsentiert, stattdessen wird noch immer der Kanton und die Veränderungen im Gesundheitswesen für die Misere verantwortlich macht.

Sanierung und neue Chancen versprechen jetzt aber vielmehr verstärkte, innovative Kooperation und damit verbunden ein Überdenken der aktuellen Rechtsform. Die Vorlage der mehrfach angekündigten Spitalstrategie* bleibt der Stadtrat - dem Gemeinderat übrigens noch immer schuldig. Sie ist für die Zukunft des Stadtspitals Triemli wichtiger und dringlicher denn je.

Aus den genannten Gründen sieht sich die FDP gezwungen, die vom Stadtrat geforderte Globalbudget-Ergänzung abzulehnen.