Michael Baumer, FDP

Gemeinderat Stadt Zürich
Vizepräsident Rechnungsprüfungskommission (RPK)

Innovation schlägt Ideologie

Die rot-grüne Verkehrspolitik bewirtschaftet ideologisch die Probleme der Vergangenheit. Doch Innovation schlägt Ideologie.

Wer jemals eine Debatte zu Parkplätzen im Gemeinderat erlebt hat, muss glauben, dass es sich dabei um die einzige Frage zur Zukunft der Stadt Zürich handelt. Notabene kommt diese Diskussion nicht von bürgerlicher Seite, sondern grünlinke bekämpfen bei jedem Geschäft jeden einzelnen Parkplatz, in der irrigen Annahme, damit gäbe es weniger Verkehr. Doch die Stadt ist in den letzten 10 Jahren um rund 40‘000 Einwohner angewachsen, der Kanton sogar um rund 175‘000. Wer glaubt, das würde keine zusätzliche Mobilität auslösen, lebt in einer Traumwelt.

Doch wer nur ideologisch argumentiert, wird (glücklicherweise) von der Innovation überholt werden. Betrachten wir die Mobilität: Diese kann man sich nicht wegwünschen. Aber wird diese Mobilität in der Zukunft weiterhin durch Autos, Trams und Busse erbracht, die den Verkehr klar in privaten und öffentlichen Verkehr unterteilen? Kaum.

„Sharing-Economy“

Das Teilen von Ressourcen auf privater Basis hat schon verschiedene Branchen bedrängt. Auch die Mobilität wird davon betroffen sein. Schon lange gibt es in der Schweiz Mobility. Dank Smartphone kann ich das Angebot immer einfacher spontan nutzen. Neue, ähnliche Angebote teilen auch private Autos, die ja sonst meist den ganzen Tag herumstehen.

Bessere Information

Dank Smartphones ist es auch immer einfacher den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Von unterwegs kann ich die schnellste Verbindung von meinem Standort, der mit GPS ermittelt wird, herausfinden. Dabei sagt mir die Applikation schon heute, wenn ich für einen Teil der Verbindung zu Fuss schneller bin.

Automatische Fahrzeuge

Selbstfahrende Autos sind vielleicht noch Zukunftsmusik, rasch dürfte es aber möglich sein, dass an gewissen Orten (Innenstadt, Parkhäuser, etc.) die Fahrt durch ein Verkehrsmanagementsystem übernommen wird. Ob es noch Autos sind ist dabei eher fraglich, vermutlich sind es eher einfache fahrbare Kabinen. Diese können selbstständig an einen Parkplatz oder an die nächste Bestellung fahren. Damit kann der Rückweg über einen anderen Weg erfolgen und das Fahrzeug steht im besten Fall nicht unbenutzt herum.

Elektro-Mobilität

Auch die negativen Auswirklungen der Mobilität können durch Innovation verringert werden. Die Elektromobilität reduziert den Lärm und den Schadstoffausstoss. Natürlich wird nicht jede dieser Innovationen reibungslos und rasch eingeführt, natürlich kann eine auch gar nicht kommen. Doch jede für sich macht bereits fruchtlose Diskussionen überflüssig.

Künftig sollte es also möglich sein, wo auch immer ich bin, dem Smartphone mein Ziel zu nennen und dieses organisiert für mich die Schritte der Reise, bestehend aus verschiedenen Mitteln, möglichst rasch und unter Berücksichtigung meines Gepäcks.

Völlig lächerlich wirken da die heutigen ideologischen Debatten. Den Menschen die Mobilität auszutreiben, durch behinderndes Verkehrsmanagement, das Staus produziert, oder durch Parkplatzabbau, der Autofahrer nerven soll, wird nicht funktionieren. Die Technologie ist stärker, als die Besserwisser. Die Debatten, die wir führen müssen sind vielmehr: Energiesicherheit, moderne Verkehrsmanagementsysteme, kurz eine funktionierende Infrastruktur.

Innovation schlägt Ideologie.